VOM ABBAU UND UMBAU IM FILTER
Vorausschicken
muss ich, dass ich viele Jahre im Auftrag des Umweltministeriums in einer
Forschungsarbeit mit der Wasserreinigung und dem Abbau von Schadstoffen im
Wasser beschäftigt war.
Wenn
ein Aquarianer (ich gehöre auch dazu) am Abend entspannt vor dem Aquarium sitzt
und seine Fische betrachtet, kommt ihm leicht der Wunschgedanke, dass sein
Aquarium in einem biologischen Kreislauf ist. Dem ist leider nicht so.
Organische
Stoffe enthalten Kohlenstoff und werden mit Hilfe der Mikroorganismen in
Mineralien umgebaut. Dafür benötigen diese kleine Lebewesen Sauerstoff zur
Verbrennung. Der Gesamtkohlenstoff TOC (Total Organic Carbonicum) ist ein Maß
für die Verunreinigung eines Wassers. Ein gesundes Wasser sollte kaum TOC enthalten.
Organische Farbstoffe die als Medikamente eingesetzt werden , erhöhen auch den
TOC . Bei sehr großen Außenfiltern mit großer Bakterienmaße stirbt ein Teil der
Bakterien ab und kann auch den TOC erhöhen und die Wasserqualität dadurch
mindern.
Eine
Endstufe des Umbaus sind Nitrat-Salze .
Wie
groß soll ein Filter sein und mit welchem Material soll es gefüllt werden um
eine befriedigende Reinigungswirkung zu erreichen? Ich empfehle eine Größe des
Filters von 5 % - 10 % Volumen des Beckeninhalts. Wenn das Becken nicht
überbesetzt ist, reicht dies aus. Ich berechne für jeden ausgewachsenen Diskus
ca. 30 - 40 Liter Wasser. Ein Filtervolumen von ca. 10 Liter Fassungsvermögen
bringt für ein 200 l Becken bei einem Fischbesatz von ca. 7 ausgewachsene
Diskus bei 2-3 maliger täglicher Fütterung eine gute Reinigungsleistung. Sehr
große Außenfilter (Bsp.250Liter Filter fuer 200 Liter Beckenwasser) haben den
Nachteil, daß bei einer explosionsartigen Bakterienentwicklung ( dies ist ab pH
7 aufwärts gegeben) Diskusfische ungewohnt stark mit Mikroorganismen zu kämpfen
haben. Da die großen Filter nicht so gerne und nicht oft gereinigt werden, wird
dies noch begünstigt. Der Diskusfisch ist normalerweise ein robuster Geselle,
aber da in seiner Heimat das Wasser extrem bakterienarm ist (dies hängt mit dem
niedrigen pH-Wert und dem niedrigen Gesamtsalzgehalt zusammen), wird er in
unseren Aquarien auf engem Raum ungewohnten Bakterienmengen ausgesetzt. „Jedes“
mechanische Filter wird nach gewisser Zeit (schon nach 2 Wochen) auch ein
biologisches Filter. Denn Mikroorganismen bilden sich in jedem Becken und
setzen sich sogar an den glatten Glasscheiben eines Beckens an .
Diese
geringe Scheiben-Bakterienmasse ist aber für den Schadstoff-Umbau bei
Fischbesatz nicht ausreichend. Deshalb ist ein Filter notwendig. Normale
Filterwatte ist oft ausreichend. Ein kleines Vorfilter (ca. 250ml ) im Becken
vor das Ansaugrohr des Außenfilters angebracht ,der den Mulm abfängt und wenn
moeglich, taeglich ausgetauscht wird, erhoeht die Standzeit des Haupfilters
enorm.
Das
Hauptfilter kann auf diese Art 1/2 Jahr und länger ohne Reinigung stehen.
Nitratabbau durch Bakterien im anaeroben, sauerstoffreien Milieu ist nur für
den Fortgeschrittenen geeignet und kann für die Insassen des Beckens wegen der
Zwischenstufe Nitrit sehr gefährlich werden. Teilwasserwechsel ist daher
sicherer als der Einsatz von z.B. Nitrat-Bakterien-Substrat und billiger.