kohle

 

Aktivkohle

möchte ich weder als Kurzzeitfiltermaterial noch als Dauerfiltermaterial empfehlen. Zur Frischwasserbehandlung in einem getrennten Becken um z.B. freies Chlor zu binden um dann einen Teilwasserwechsel durchzuführen, ist Aktivkohle sehr empfehlenswert. Leider aber nicht jede Sorte.

Einige Sorten der handelsüblichen Aktivkohle entziehen dem Aquariumwasser Huminsäure und Kolloide und haben ein starkes Säurebindungsvermögen (auch teure Produkte). Mit viel Säure (z.B. Schwefelsäure) muß die nichtgeeignete Kohle vor Gebrauch angesäuert werden und danach wieder mit dest. Wasser salzfrei gewaschen werden. Ein mühsam eingestelltes Wasser von beispielsweise pH 6,5 hat nach der Kohlebehandlung einen pH von 7 und manchmal darüber.

Manche Sorten weisen sogar eine gefährliche Reduktionswirkung auf. Das bedeutet,daß Nitrat reduziert wird über Nitrit und Ammoniak zu Ammonium-Ionen. Bei einem pH -Wert ueber 8 kann eine Fischvergiftung entstehen .Denn bei diesem pH liegen ca. 4% als Ammoniak vor und der Rest als Ammonium.

Ammoniak entsteht bei der Bakterientätigkeit aus Harnstoff und ist auch im Harn und Kot enthalten.Deshalb sollte auch ein Diskusliebhaber der seine Tiere hauptsächlich im sauren Wasser pflegt, manchmal einen Ammoniumtest durchführen. Ein hoher Ammoniumwert ist keine Seltenheit.

Ein Ammonium-Wert von 6mg/l bei einem pH ueber 7 kann gesundheitl. Folgen haben.

Bei einem Filter wie oben empfohlen ,treten extrem selten Werte über 0,3mg/l Ammonium auf. Besatzung beispielsweise 70 Stueck Jungfische in der Größe von einem 5.-DM Stück im 200l Becken ,bei 3 maliger,taeglicher Fütterung .

Der Nitrat-Wert liegt zwischen 25 mg/l und 50mg/l. Ein Teilwasserwechsel habe ich streng alle 4-5 Tage (50%) durchgeführt. Das Entfernen der Kolloide durch die Aktivkohle kann zu Schleimhautreizungen und Sekundärverpilzungen führen.

Meine Ansicht über Aktivkohle bestätigte mir übrigens auch Herr Guido Hückstedt (Aquarienchemie Kosmos-Verlag).

Gelöste Medikamente werden in einigen Fällen langsam biologisch abgebaut.Bei Farbstoff-Medikamente erkennt man nach einigen Tagen eine Entfärbung des Wassers.Dies kann auch ein Indikator für ein gut arbeitendes Filter sein. Bei einem nicht eingefahrenen Filter bleibt die Färbung erhalten.

In jahrelangen Abbautests in einem großen Unternehmen konnte ich erkennen,daß sehr viele chemische Stoffe nach einer Adaptionszeit innerhalb 7-14 Tagen abgebaut wurden. Im Rahmen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wurden weltweit Tausende Produkte der chemischen Industrie auf biologischen Abbau getestet.

Daher empfehle ich in der Aquaristik nach einer Medikamtenbehandlung ein Teilwasserwechsel von ca. 80%(Wasser aus einem Vorratsbehaelter) .