Vielfach
herrscht die Meinung,daß die Wasserpflanzen das Problem „Nitratgehalt“ lösen
könnten. Ist dies tatsächlich möglich? Die Antwort sei vorweggenommen: Pflanzen
können nur sehr selten den Stickstoffumbau im Aquarium lösen, ein
Teilwasserwechsel, der sich am Füttern orientieren soll, kann die Schadstoffe
wieder entfernen. Bis zu 60% Frischwasser 2 mal in der Woche kann notwendig
sein um den Nitratgehalt in Grenzen zu halten. Eine kleine Rechnung soll dies
deutlich machen:Wenn ich z.B. tägl. 1g Futter (Trockensubstanz) ins Becken
reingebe muß ich dafür sorgen,daß dies auch irgendwie wieder entfernt wird.
Damit das biologische Gleichgewicht erhalten bleibt, muß ich also ca.30g
ähnliche Substanz im Monat wieder entfernen.
Wasserpflanzen
bestehen über 95% aus Wasser.Ein Blatt der Amazonas-Schwertpflanze von 50cm
Länge wiegt getrocknet gerade 0,1g im frischen Zustand etwa 2g. Frisches
Pflanzenmaterial von 1000 g enthalten ca. 1,6g Stickstoff. 5,5g Stickstoff
entsprechen 25g Nitrat. Diese 25 g Nitrat entsprechen einem Nitratgehalt von
50mg/l in einem 500l Becken. 3,5KG Pflanzensubstanz benötigen zum Heranwachsen
ca. 25g Nitrat. Ich muß also jeden Monat ca. 3500g Pflanzen abernten (das sind
ca. 1700 Blätter der Amazonasschwertpflanze) um ein biologisches Gleichgewicht
zu erhalten. Ein Nitratgehalt von 50mg/l (Ausgangswasser) wie er aus manchen
Frischwasserleitungen (z.B. Weinbaugebiete durch Überdüngung) kommt, ist für
unsere Pfleglinge erträglich aber nicht gesund.Es gibt bekannte Züchter,die
noch bei einem Nitratgehalt von 60mg/l gezüchtet haben.
Ich
kenne z.B. auch einen Lungenfacharzt der Raucher und noch gesund ist.
Man
sollte immer mehrere Werte eines Wassers im Zusammenhang betrachten.Ich habe
auch schon aus Versehen ohne Verluste bei 50 mg/l NO3 gezüchtet. Dies aber
sofort nach Erkennen mit einem Anionenaustauscher in der Chlorid-Form innerhalb
weniger Stunden auf Null gesenkt.
In
einem anderen Becken kann dieser Wert aber zu einem Dauergejapse führen,wenn
z.B. der pH-Wert zu hoch ist (über 8) und eine Reduktionswirkung vorliegt
(unwirksames Filter). Eine Reduktionswirkung muß nicht mit einem niedrigen
Sauerstoffgehalt zusammenhängen. Der Nitit-Wert geht dann sehr schnell ,in für
den Fisch gesundheitsschädigenden Bereich ueber.
Ein
bekannter Diskuszüchter hält einen Nitrat-Wert von 10mg/l für eine gerade noch
akzeptable Konzentration bei der Zucht von Diskusfischen.